Spuren jüdischen Lebens in Minden

Dirks, Hans-Werner

Spuren jüdischen Lebens in Minden

Einzelschicksale Mindener Juden während des NS-Regimes

Bestell-Nr 0775
ISBN 978-3-89534-775-7
Preis 19,00
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Das zahlreiche, bisher unbekannte Fotos enthaltende Buch von Hans-Werner Dirks und Kristan Kossack über Einzelschicksale Mindener Juden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hilft, die jahrzehntelange Verdrängung der Judenverfolgung am Ort zu beenden. In Interviews und bisher unveröffentlichten autobiographischen Quellen kommen betroffene Juden auch selbst zu Wort.Neben staatlicher Verfolgungswillkür werden im Buch von privater Seite gestartete judenfeindliche Ausgrenzungspraktiken aufgezeigt. Die Autoren dokumentieren, dass sich auch Mindener Juden dabei keineswegs freiwillig in ihr Schicksal ergeben haben und vereinzelt (Michelsohn und Ingberg) sogar Widerstand leisteten. Dirks und Kossack belegen zusätzlich an Hand überzeugender Beispiele, wie einzelne Nichtjuden aus Minden und Umgebung ihren jüdischen Nachbarn und Bekannten trotz der Repressalien des Regimes zu Hilfe gekommen sind.

Inhaltsverzeichnis

Geleitwort 9 Einleitung 10Überblick über das jüdische Gemeindeleben in Minden seit dem Mittelalter 13Einzelschicksale Mindener Juden im „Dritten Reich“Irene Altgenug – überlebte Menschenversuche in Auschwitz 20Bankier Aronstein – ermordet in Riga 22Hausangestellte Mathilde Butter – kehrte aus Riga zurück 24Kaufmann Carl Cramer – Euthanasieopfer 26Frieda und Siegmund Edelstein – ermordet in Riga 28Kaufmann Julius Hartogsohn – deportiert nach Theresienstadt 30Rabbiner Julius Hellmann – emigriert 34Max Ingberg – mit der belgischen Sozialistenpartei im Widerstand 37Sechs Katz-Kinder nach dem Krieg für tot erklärt 40Prediger und Lehrer Sally Katzenstein – umgebracht in Auschwitz 42Eliyahu Kazir – emigriert 44Isidor Kirschroth – einziger Überlebender seiner Familie 47Rechtsanwalt Dr. Eugen Leeser – Tod in Buchenwald 51Kaufleute Adolf und Alfred Levy – emigriert 54Kaufmann Albert Lewkonja – Selbsttötung 57Apotheker Ernst Lindemeyer – umgebracht in Riga 59Otto Michelsohns humanitärer Widerstand 63Dr. Robert Nußbaum (Arzt) – umgebracht im KZ Sachsenhausen 68Kaufmann Alfred Pfingst – umgebracht in Auschwitz 72Kaufmann Siegfried Pfingst – erlag Depressionen 79Kaufmann Gustav Pincus – deportiert ins Warschauer Ghetto 82Kaufleute Arthur Salomon und Max Weinberg – deportiert nach Theresienstadt, Kaufmann Albert Weinberg – am Tag seiner Rückkehr aus Buchenwald seinen Misshandlungen erlegen 85Emil Samuel – überlebte und gründete Kultusgemeinde neu 88Textilkaufleute Arthur und Hans Seelig 89Tapeziermeisters Isidor Simon – überlebt Deportation nach Theresienstadt 91Geschäftsfrau Barbara Spira – kam frei mit Hilfe französischer Behörden 93Brauerei-Direktor Albrecht Strauss – verstarb nach Rufmord 95Kaufmann Leopold Werberg – umgebracht in Riga 98Hausfrau Erna Woldt – umgebracht in Auschwitz 101Kollektiv Betroffene / Reaktionen auf die VerfolgungEntlassungen aus dem Staatsdienst: Studienrat Dr. Lenz und Militärmusiker Lewin 106Rückzugsräume der Verfolgten: Der jüdische Sportverein „Hellmania“ und der jüdische Kulturbund 108Im Visier der Boykotteure und Arisierer: Jüdische Viehhandlungen und Schlachtbetriebe in Minden 111Abschiebung der „Ostjuden“ im Oktober 1938 116Novemberpogrom in Minden 119„Schutzhaft“ in Buchenwald 122Abschiebung in „Judenhäuser“ zur Vorbereitung der Deportation 125„Halbjuden“ und Ehepartner aus „Mischehen“ vor Kriegsende in Arbeitslager eingewiesen 129Nicht jeder fand sich mit der Judenverfolgung ab – Vergessene Helfer aus Minden und Umgebung 132Schluss 137„Gegen Verdrängen und Vergessen“ von Kristin Rüter 143Aus der Berichterstattung der lokalen Medien über die jüdische Minderheit zwischen 1918 bis 1945 144AnhangQuellen und Literaturverzeichnis 152Abkürzungen, jüdische Bezeichnungen 155Zu den Autoren 158
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