Jenseits der Norm

Frohnapfel-Leis, Monika

Jenseits der Norm

Zauberei und fingierte Heiligkeit im frühneuzeitlichen Spanien

Reihe Hexenforschung
Band-Nr 18
Auflage 1. Auflage
Umfang 264 Seiten, 8 Abbildungen
Einband gebunden
erschienen 07.04.2019
Bestell-Nr 1128
ISBN 978-3-7395-1128-3
Preis 29,00
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Was hatten Nonnen, deren Ruf der Heiligkeit angezweifelt wurde, und Frauen, die angeblich zauberten, im Spanien des 17. Jahrhunderts gemein? Sie teilten ein ähnliches Schicksal, denn beide Gruppen mussten sich vor einem Inquisitionstribunal für ihre abweichende Glaubensauspraxis verantworten. Ihnen wurde unter anderem vorgeworfen, aufgrund von falschen Visionen eine religiöse Anhängerschaft zu haben bzw. Zauberei für eigene und fremde Zwecke auszuüben. Sieht man darin nicht nur ein Überschreiten von Normen und Gewohnheiten, sondern auch ein Öffnen und Schließen von »anderen« Räumen, kann man anhand der Aussagen in Inquisitionsprozessen sowohl die Wahrnehmung der Zeuginnen und Zeugen als auch das Handlungsspektrum der Angeklagten aufzeigen.

Was hatten Nonnen, deren Ruf der Heiligkeit angezweifelt wurde, und Frauen, die angeblich zauberten, im Spanien des 17. Jahrhunderts gemein? Sie teilten ein ähnliches Schicksal, denn beide Gruppen mussten sich vor einem Inquisitionstribunal für ihre abweichende Glaubensausübungspraxis verantworten. In der Wahrnehmung ihres direkten sozialen Umfelds übten sie Religion nicht nur anders aus als von ihnen erwartet wurde, sondern verstießen auch gegen die normsetzenden Glaubensedikte, die die Inquisition einsetzte. Sie brachen mit Idealvorstellungen über weibliche Religionsausübung. Was den Frauen vorgeworfen wurde war u.a., Predigten zu schreiben oder aufgrund von falschen Visionen ungerechtfertigt eine religiöse Anhängerschaft zu haben bzw. Zauberei für eigene und fremde Zwecke auszuüben – zwei Delikte, deren Verfolgung in die Zuständigkeit des Offiziums fiel.
Sieht man in beiden Formen nicht nur ein Überschreiten von Normen und Gewohnheiten, sondern auch ein Öffnen und Schließen von heterotopen, »anderen« Räumen, kann man anhand der Aussagen in Inquisitionsprozessen sowohl die Wahrnehmung der Zeuginnen und Zeugen als auch das Handlungsspektrum der Angeklagten aufzeigen, welches sich trotz oder gerade aufgrund der Einschränkung der devianten Praktiken ergab. Dies leistet die vorliegende Arbeit erstmals in einer über bisherige deskriptiv orientierte Studien hinausgehenden Weise, wobei sie sich methodisch einerseits an der historischen Diskursanalyse anlehnt und andererseits den Begriff des Raums als Methode fruchtbar macht.

Über den Autor

Dr. Monika Frohnapfel-Leis. Studium: Verwaltungswirtschaft in Mannheim; Geschichtswissenschaft und Spanische Philologie in Mainz. Lehrbeauftragte an der Universität Erfurt.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort • 71. Einleitung • 91.1 Leitfragen • 91.2 Untersuchungsgegenstand • 131.3 Inquisitionsakten • 171.4 Methode • 211.5 Forschungsstand • 262. Spanien nach dem Konzil von Trient • 352.1 Religiöses Klima • 352.2 Konfessionalisierung • 382.3 Inquisition • 452.4 Zusammenfassung • 553. Weibliche Ideale, Zauberei und fingierte Heiligkeit • 573.1 Weibliche Ideale • 573.3 Zauberei • 703.4 Fingierte Heiligkeit • 823.5 Zusammenfassung • 94Abbildungen • 974. Wissen – Räume – Exklusion • 1094.1 Wissen • 1104.2 Räume • 1394.3 Exklusion • 1534.4 Zusammenfassung • 2195. Zusammenfassung • 221Ausgewertete Fälle • 233Quellen- und Literaturverzeichnis • 244Personen-, Sach- und Ortsregister • 259
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