Hexen in Detmold

Koppenborg, Ingo

Hexen in Detmold

Verfolgung in der lippischen Residenzstadt 1599-1669

Reihe Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe
Band-Nr 57
Bestell-Nr 0337
ISBN 978-3-89534-337-7
Preis 24,00
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Die aus den sozialen Beziehungen der Verfolgenden und Verfolgten entstandenen alltäglichen Konflikte trugen erheblich zur rasanten Ausbreitung des Hexenwahns im 16. und 17. Jahrhundert bei. Auch in der lippischen Residenzstadt Detmold erzeugten spezifische Determinanten der städtischen Kommunikation wie Alkoholkonsum, Klatsch, Ehrverhalten und Verfluchungen ein Klima der Angst und Unsicherheit und begünstigten die Ausbreitung von Gerüchten, Beschuldigungen und Anklagen. Beteiligt an den Hexenprozessen waren nicht nur Frauen und Männer. Die Aussagen von inhaftierten Kindern und Jugendlichen zeigen, dass sie nicht nur Opfer, sondern auch Förderer von Verfolgungswellen waren.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort1. Einleitung2. Voraussetzungen der Detmolder Hexenverfolgungen2.1 Die Landesgeschichte2.1.1 Aufbau und Verwaltung der Grafschaft Lippe2.1.2 Die demographische Entwicklung2.1.3 Die wirtschaftliche, finanzielle und soziale Situation2.1.4 Krisen und Hexenverfolgungen2.1.5 Zusammenfassung2.2 Die Rechtsgeschichte2.2.1 Der Einfluss des Inquisitionsprozesses auf die Hexenverfolgungen2.2.2 Die Constitutio Criminalis Carolina und andere Reichsgesetze2.2.3 Territorialstaatliche Rechtsverordnungen in Lippe2.2.4 Besonderheiten des Hexereiverfahrens2.2.5 Die Kosten der Hexenprozesse in Detmold2.2.6 Zusammenfassung2.3 Die Kirchengeschichte2.3.1 Die Ausbildung der kirchlichen Hexenlehre2.3.2 Die Reformation in der Grafschaft Lippe2.3.3 Die Einführung des Reformierten Bekenntnisses2.3.4 Calvinismus und soziale Disziplinierung2.3.5 Von der Krise zur „staatlichen“ Penetration2.3.6 Konfessionskonflikt und Hexenverfolgung2.3.7 Zusammenfassung2.4 Die Stadtgeschichte2.4.1 Chronologie und Topographie2.4.2 Die Bevölkerungsentwicklung2.4.3 Sozialstruktur und politische Partizipation der Bürgerschaft 2.4.4 Die Gerichtsbarkeit in der Stadt2.4.5 Zusammenfassung2.5 Ergebnisse der Einführung3. Hexenverfolgungen in Detmold3.1 Die Hexenprozesse in der Stadt Detmold3.2 Kurze Darstellung der Detmolder Prozesse3.3 Die Hexenprozesswellen in Lemgo, Detmold und im Hochstift Paderborn3.4 Die Prozessurteile in Detmolder Hexenprozessen3.5 Zusammenfassung4. Analyse der Detmolder Prozesse4.1 Die „Objekte“ des Schadenszaubers4.2 Individuelle und gesellschaftliche Konfliktbereiche4.2.1 Familienstreit4.2.2 Nachbarschaftsstreit4.2.3 Abweichendes Verhalten4.2.4 Soziale Schichtkonflikte4.2.5 Politische Prozesse4.2.6 Äußere Einflüsse4.2.7 Selbstbezichtigung4.2.8 Voreheliche Sexualität, Brautwerbungen und Eheversprechungen4.2.9 Zusammenfassung4.3 Die Beteiligten im Hexenprozess4.3.1 Die Angeklagten4.3.1.1 Geschlechtszugehörigkeit und Familienstand4.3.1.2 Das Verhalten der Verdächtigten vor der Verhaftung4.3.1.3 Das Verhalten der Angeklagten und Formen der Verteidigung innerhalb der Haft4.3.2 Die Besagungen4.3.2.1 Die Bedeutung der Besagungen für die Detmolder Prozesswellen4.3.2.2 Die Besagungen als Kriterien für Hexereianklagen4.3.2.3 Die Geschlechtsspezifik der Besagungen4.3.2.4 Die Besagungen und das Ende der Detmolder Verfolgungen4.3.3 Die Ankläger und Zeugen4.3.3.1 Die Zeugen in Detmolder Hexenprozessen4.3.3.2 Das Verhalten der Ankläger und Zeugen4.3.3.3 Das Verhalten des sozialen Umfeldes4.4 Kinder und Jugendliche in den Detmolder Hexenverfolgungen4.4.1 Kinder als Angeklagte4.4.1.1 Das Kind in der Rechtsauffassung bis zur frühen Neuzeit4.4.1.2 Kinder und Jugendliche als Hexenprozessopfer in Detmold4.4.1.3 Die Gutachten4.4.1.4 Die Haftbedingungen4.4.1.5 Die Folter4.4.1.6 Die Kosten4.4.1.7 Die Entlassung4.4.2 Kinder und Jugendliche als Zeugen4.4.3 Zusammenfassung4.5 Ergebnisse der Analyse5. Die gesellschaftsstrukturellen Bedingungen und Auswirkungen der städtischen Hexenverfolgungen 5.1 Soziale und mentale Interaktion5.1.1 Alkoholkonsum und Konfliktverhalten5.1.2 Klatsch als Form innerstädtischer Kommunikation5.1.3 Verbalinjurien und Raufhändel5.1.4 Formen des Ehrgefühls und der Ehrverkürzung5.2 Das atmosphärische Klima in der Stadt5.2.1 Die Hexentanzplätze5.2.2 Angst vor Verhexung5.2.3 Angst vor Verfolgung5.2.4 Zusammenfassung6. Resümee.Quellen und LiteraturOrts- und Personenregister.
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