Untertanengeist durch Militärpflicht?

Winter, Martin

Untertanengeist durch Militärpflicht?

Das preussische Kantonsystem in brandenburgischen Städten im 18. Jahrhundert

Reihe Studien zur Regionalgeschichte
Band-Nr 20
Bestell-Nr 0540
ISBN 978-3-89534-540-1
Preis 49,00
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Vorwort 91. Einleitung 112. Untersuchungsgegenstand und Vorgehen 273. Rahmenbedingungen des preußischen Kantonsystems 393.1 Entwicklungslinien der Heeresaufbringung im 17. Jahrhundert 393.2 Die Heeresaufbringung unter Friedrich III./I. 473.2.1 Konkurrenz von stehenden Truppen und Landmiliz 473.2.2 Vorschläge zur Verbesserung der Rekrutierung um 1705 523.2.2.1 Die Denkschrift des Geheimen Rats von Hamrath 523.2.2.2 Vorschläge des Freiherrn Carl Hildebrand von Canstein 553.3 Abschaffung der alten Landmiliz 593.4 Die Ausbildung des Kantonsystems 623.4.1 Probleme der Rekrutengestellung durch die Stände 683.4.2 Ablösung der Rekrutengestellung durch allgemeine Werbung 753.4.3 Etablierung der Beurlaubung 823.4.4 Spuren der Enrollierung 834. Das Kantonsystem unter Friedrich II. bis 1763 974.1 Heeresvergrößerung und Vorrang der Auslandswerbung 974.2 Das Kantonsystem in Krieg und Frieden bis 1756 1114.2.1 Die beiden ersten Schlesischen Kriege 1124.2.2 Die Zwischenkriegszeit (1745-1756) und der Ausbau der Reserve 1184.2.3 Rekrutierungen im Land während des Siebenjährigen Krieges 1244.2.4 Auswärtige Zwangsrekrutierung im Siebenjährigen Krieg 1455. Determinanten des preußischen Militärdienstes 1525.1 Die Größenanforderungen 1525.1.1 Taktik, Waffentechnik und Ästhetik 1525.1.2 Bevölkerungspolitische Aspekte der Größenanforderung 1625.2 „Einländer“ und „Kantonisten“ 1655.3 „Ausländer“ und „gemachte Ausländer“ 1675.3.1 Soldatensöhne 1715.3.2 Einwohner eximierter Gebiete 1745.3.3 Anwerbung von Enrollierten unter Angabe eines falschen Geburtsortes 1755.3.4 Unsichere Kantonisten 1775.3.5 Vorübergehende „Ausländer“ 1825.4 Kantonsystem und Kompaniewirtschaft 1845.5 Dienstbelastung der Soldaten 1945.5.1 „Grundausbildung“ 1945.5.2 Exerzierzeit 1995.6 Probleme der Jurisdiktion zwischen Militär- und Zivilgerichtsbarkeit 2025.6.1 Jurisdiktion über enrollierte Untertanen 2065.6.2 „Exzesse“ beurlaubter Soldaten in Strasburg 2126. Organisation des Kantonsystems in den brandenburgischen Städten nach 1763 2176.1 Die Reorganisation des preußischen Kantonsystems nach 1763 2176.2 Die Entstehung regelmäßiger Kantonrevisionen 2216.3 Die Reorganisation des Kantonwesens in Prenzlau und Strasburg 2296.3.1 Entlassungen von Soldaten nach dem Siebenjährigen Krieg in Prenzlau 2326.3.2 Entlassungen von Soldaten nach dem Siebenjährigen Krieg in Strasburg 2356.3.3 Auseinandersetzungen bei der Komplettierung der Regimenter im Frühjahr 1764 2376.4 Entwicklung des Berichtswesens in Kantonangelegenheiten seit 1763 2436.5 Das Kantonsystem nach Friedrich II. Ein Ringen um „allgemeine Wehrpflicht“ 2476.5.1 Die Vorschläge Möllendorffs zur Überarbeitung des Kantonsystems 2536.5.2 Die Ausarbeitung des Kantonreglements von 1792 2566.6 Die Rekrutengestellung als Aushandlungsprozeß zwischen Magistrat und Regiment 2636.7 Konfliktfälle 2756.7.1 Die Aushebung des Georg Wilhelm Bouchon aus Strasburg 1774-1776 2766.7.2 Prenzlau und die Frage der Übersicht über das Einziehungsgebaren 2856.7.3 Exkurs: Der Landrat von Arnim und die verweigerte Verabschiedung des Enrollierten Elsbusch 2886.8 Die Entlassung aus der Kantonpflicht 2936.8.1 Entlassung von Kantonpflichtigen und einrangierten Kantonisten 2966.8.2 Aufwendungen von Kantonpflichtigen und Soldaten für die Erteilung von Abschieden 3036.8.2.1 Das „Erkaufen“ von Abschieden gegen Geldzahlungen an Offiziere 3036.8.2.2 „Verwaltungsabgaben“ und „Douceurs“ bei der Verabschiedung von Kantonpflichtigen 3126.8.3 Erteilungen von Abschieden in Strasburg und Prenzlau 3196.9 Ersatzgestellung von Ausländern in Strasburg und Prenzlau 3386.10 Zusammenfassung: Aushandlungsprozesse 3487. Kontrollieren und Strafen. Die Verfolgung abwesender Kantonpflichtiger und Deserteure 3517.1 Anwesenheits- und Dienstpflicht bis 1763 3517.2 Verfolgung und Bestrafung in Strasburg und Prenzlau bis 1763 3627.2.1 Vor 1730 3627.2.2 Von 1730 bis 1763 3647.3 Die Systematisierung der Prozesse gegen abwesende Kantonpflichtige nach 1763 3677.3.1 Die Allgemeine Entwicklung 3677.3.2 Anfänge der Verfolgung abwesender Kantonpflichtiger in Prenzlau 3707.3.3 Neuruppin 1771 3737.3.4 Der Invalidenfiskal und Kriegsrat Müller und die Zunahme der Konfiskationsprozesse seit 1770 3757.4 Verfolgungsmaßnahmen in Strasburg 1763-1806 3897.4.1 Motivationen 3897.4.2 Strasburg bis 1774 3917.4.3 Intensivierung der Nachforschungen bis 1786 3947.4.4 Nachforschungen in Strasburg nach 1786 4007.4.5 Konfiskationen der französischen Kolonie 4047.4.6 Strategien der Betroffenen 4047.4.7 Entscheidungskriterien für Konfiskationen gegen abwesende Kantonpflichtige 4067.5 Zusammenfassung: Reichweite des Zugriffs 4087.6 Beschlagnahme von Vermögen desertierter Soldaten in Strasburg nach 1763 4107.7 Deserteure und ihre Motivation 4147.8 Desertion und Konfiskation im Infanterieregiment Nr. 12 aus Prenzlau 4177.9 Rückkehr und Restitution beschlagnahmten Vermögens 4227.10 Zusammenfassung 4318. Statistische Auswertung 4338.1 Einrangierte Kantonpflichtige – Körpergröße und Alter 4438.2 Aushebungsfrequenzen 4468.3 Tätigkeits- und Sozialprofil der einrangierten Kantonpflichtigen 4498.4 Dienstzeit 4529. Resümee 455Quellen 467Abkürzungen 536Quellen- und Literaturverzeichnis 537Archivalische Quellen 537Bibliographien, Nachschlagewerke und Hilfsmittel 538Editionen und Verordnungssammlungen 540Gedruckte Quellen 541Literatur 546Ortsregister 573Personenregister 577

Über den Autor

Die Aufbringung des Heeres im 18. Jahrhundert gehört zu den zentralen Themen der brandenburg-preußischen Geschichte. Galt sie bis 1945 als wichtige Vorraussetzung für den Erfolg des preußischen Machtstaates, wurde sie später für einen besonderen Untertanengeist und die Militarisierung der Gesellschaft verantwortlich gemacht.Wer konkret von der militärischen Dienstpflicht betroffen war, wer über die Aushebung der Betroffenen entschied, ob junge Männer der ungeliebten Pflicht entkommen konnten, diesen Fragen wird am Beispiel der Städte Prenzlau und Strasburg nachgegangen. Die Verhältnisse vor Ort entsprachen keineswegs dem Mythos von der durchschlagenden Effizienz der preußischen Verwaltung.
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