SRg 25: Eriskat

Eriskat, Dörte

SRg 25: Eriskat

Baumwollhandel und Barchentproduktion

Umfang 248 Seiten
Einband gebunden
erschienen 03.03.2021
Bestell-Nr 1325
ISBN 978-3-7395-1325-6
Preis 29,00
Auf die Merkliste In den Warenkorb

Weitere Informationen

Als Marco Polo von der feinen Buchara-Baumwolle berichtet, spielte der Handel mit Baumwolle im Mittelmeerraum bereits eine große Rolle. Baumwolltextilien und insbesondere das Baumwollleinenmischgewebe Barchent eroberten die europäischen Messen und Märkte. Diese vom Baumwollhandel ausgehende Dynamik steht im Mittelpunkt des Themas Baumwollhandel und Barchentproduktion im Westen des Reiches (14.–16. Jahrhundert). Wann dieser Prozess einsetzte, welche Folgen dies für die textile Kultur insgesamt hatte und warum sich schließlich oberdeutsche Barchente gegenüber der dominanten oberitalienschen Konkurrenz behaupten und durchsetzen konnten, erfolgt in kritischer Auseinandersetzung mit Wolfgang von Stromer (Gründung der Baumwollindustrie in Mitteleuropa, 1978). Anhand der standardbildenden und in den Quellen besonders gut greifbaren Ulmer Barchentproduktion werden dabei die für den weltweiten Erfolg oberdeutscher Barchente grundlegenden Produktions- und Marketingstrategien im europäischen Kontext aufgezeigt. Aufgeworfen ist damit auch die Frage, ob Baumwolle tatsächlich, wie Sven Beckert (King Cotton, 2014) suggeriert, bis zum 19. Jahrhundert eine nur marginale Rolle spielte oder die Verflechtung von Baumwollhandel und Baumwolltextilgewerbe nicht vielmehr eine Schlüsselindustrie des Mittelalters hervorbrachte, deren Produkte das Konsumverhalten schichtübergreifend und nachhaltig veränderten.

When Marco Polo reported on the fine Bukhara cotton, the trade of cotton was already playing a major role in the Mediterranean region. Cotton textiles and especially the cotton linen blend Barchent conquered the European fairs and markets. These from the cotton trade emanating dynamics are in the focus of Cotton Trade and Barchent Production in the West of the Empire (14th-16th century). When did this process begin, what consequences did it have for textile culture as a whole and why were upper German Barchents finally able to assert themselves and prevail over the dominant upper Italian products? The answers are presented in a critical examination of Wolfgang von Stromer (Gründung der Baumwollindustrie in Mitteleuropa, 1978). The production and marketing strategies that were fundamental to the worldwide success of upper German Barchent in the European context are shown on the basis of the standard-setting production of Barchent in the city of Ulm, which is particularly well documented in the sources. This also raises the question of whether cotton actually played just a marginal role until the 19th century, as Sven Beckert (King Cotton, 2014) suggests, or whether the interconnectedness of cotton trade and cotton textile trade did not rather create a key industry in the Middle Ages, whose products changed consumer behaviour and had a lasting effect.